Im Jahr 1973 wurde der Altarraum nach den Vorgaben des zweiten vatikanischen Konzils (1962-1965) neugestaltet. Der ursprüngliche neugotische Hochaltar aus dem Jahre 1901 wurde ersetzt durch den heutigen Altar, den der Bildhauer Olaf Höhnen (* 1933, † 2009) geschaffen hat. Er ist der Tisch des Herrn, an dem die Gemeinde in der gemeinsamen Messfeier Anteil hat, und zugleich der Mittelpunkt der Eucharistiefeier. Nach den Richtlinien des Konzils steht er frei, damit der Priester an ihm, der Gemeinde zugewandt, die heilige Messe feiern kann. Den Altar hat der Künstler aus einem mächtigen Natursteinblock heraus gehauen. Es handelt sich um Trachyt-Stein aus dem Westerwald, die Schichtung des Steins ist gut zu sehen. Auf dem bildhauerisch schön geprägten Sockel ruht die schwere Altarplatte, in die das Reliquiar eingelassen ist. Der Altar wurde zum Patrozinium 1973 fertiggestellt und am 7. Oktober 1973 durch Bischof Vitus Chang feierlich konsekriert.

Über dem Altar hängt seit dem 1. April 1976 ein Altarkreuz, welches ebenfalls durch Olaf Höhnen geschaffen wurde. Es handelt sich um ein Hängekreuz aus Bronze, bei dem die Kreuzbalken in der Form eines Weinstockes mit Weinblättern und Reben gestaltet sind. Der Gekreuzigte ist nicht als Leidender oder Toter gezeigt, sondern als Sieger über den Tod. Auf der Rückseite des Altarkreuzes hat der Künstler das Lamm Gottes dargestellt, und zwar in dem seit dem Mittelalter anzutreffenden Typ des Lammes mit dem Kelch für das Blut aus der Seitenwunde. Das Lamm Gottes ist in der Kunst das häufigste Symbol des eucharistischen Christus, und in jeder Messe beten wir vor der Kommunion mit den Worten Johannes des Täufers: „Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt“ (Joh. 1,29).

Neben dem Altar des Mahles wurde auch der Altar des Wortes, der Ambo, durch den Künstler Olaf Höhnen geschaffen, ebenso wie eine Stele für den Tabernakel, welche die Ornamente des Hauptaltars wiederholt.

Der Tabernakel selbst wurde 1956 durch den Goldschmiedemeister Egino Weinert erstellt. Zum Tabernakel führen von drei Seiten Stufen, die auf den Steinplatten des Altarraumes ruhen. Bei dieser Gestaltung blickt jeder Besucher unserer Kirche sofort auf den Tabernakel, dessen in rot und weiß gehaltenen Emailleflammen an den „brennenden Dornbusch“ erinnern sollen, das Symbol der ehrfurchtgebietenden Gegenwart Gottes, aus dem Gott zu Moses, der sich nähern wollte, sprach: „Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.“ (Ex 3,5).

Fotos und Text: M. Reinders, Textbasis: Prof. Dr. F.J. Gerkens