Die Künstlerin Johanna Lamers-Vordermeyer bezeichnete in dieser Weise die Krippenfiguren, die sie in den düsteren Kriegsjahren für die Roisdorfer Pfarrkirche geschaffen hatte. Beauftragt hatte sie hiermit Pastor Matthias Ossenbrink, bald nachdem er 1942 als Pfarrer eingeführt worden war. Die neue Krippe bildete für die Roisdorfer, die nicht nur als Soldaten an der Front, sondern auch angesichts von Luftangriffen in der Heimat um ihr Leben bangen „Kleine Blumen inmitten von Trümmern“: 1941-1950 Pastor mussten, ein Zeichen der Hoffnung. Gleichwohl gingen die die Kinder, deren Erstkommunion für 1945 vorgesehen war, angesichts des ungewissen Kriegsausgangs bereits 1944 zum Tisch des Herrn. In einer bewegenden Andacht tat die Pfarrgemeinde im Jahre 1944 das Gelübde, im Falle der Verschonung des Ortes vor der Zerstörung einen Kreuzweg den Lindenberg hinauf zu errichten.

Roisdorfer Kirchengrippe

Pastor Ossenbrink übergab den Ort im März 1945 mit weißer Fahne den einmarschierenden Amerikanern. Roisdorf hatte den Krieg weitgehend unzerstört überstanden, doch mussten insgesamt ca. 140 Pfarrangehörige als Soldaten oder Zivilpersonen ihr Leben lassen. Der Kreuzweg am Lindenberg wurde dem Gelübde gemäß – zunächst provisorisch – errichtet.

Kreuzweg am Lindenberg - Pastor Matthias Ossenbrink

Trotz der entbehrungsreichen Nachkriegszeit blühte das Pfarrleben mit kirchlichen Vereinen, Kinder- und Jugendarbeit rasch wieder auf. Als neue Gruppierung bildete sich 1948 eine eigene Roisdorfer Kolpingsfamilie, die fortan mit Jugend- und Bildungsarbeit segenreich wirken sollte. Als Zeichen des Neubeginns wurde im selben Jahr von der ganzen Gemeinde die Einholung neuer Glocken gefeiert, die das erneut für Kriegszwecke eingezogene Geläut ersetzten.

Gründungsfoto der Kolpingsfamilie Roisdorf - Aufziehen der neuen Glocken