Altar

Viele Symbole und Details in der Kirche weisen auf das Leben Gottes mit uns Menschen hin. An erster Stelle steht dabei der Altar. Er ist der Mittelpunkt der Kirche. Um ihn versammeln wir uns zum Gottesdienst, wie die Jünger mit Jesus Christus im Abendmahlsaal. Hier wird Christus gegenwärtig in der Gestalt von Brot und Wein. Der Altar ist deshalb auch Sinnbild der Einheit der Gemeinde durch Christus.

Auf jeder Seite unseres Altars befindet sich ein Baum. Diese vier Bäume sind nicht einfach bloß zur Dekoration dort dargestellt. Sie haben vielmehr eine Bedeutung:

Der Baum an der Ostseite, also die dem Hauptkirchenschiff abgewandte Seite, ist der Baum des Paradieses. Der Baum des Paradieses ist Sinnbild dafür, dass wir Menschen unvollkommen sind und der Erlösung und Heilung bedürfen. Durch die Auferstehung Jesu Christi hat diese Erlösung und Heilung bereits begonnen.

Der Baum an der Westseite, die vom Hauptschiff aus zu sehen ist, ist der Feigenbaum. Er ist Sinnbild für die Vollendung der Welt am Ende der Zeiten. Der Feigenbaum ist ein Hoffnungszeichen dafür, dass Gott unserem Leben eine Richtung und einen Sinn gibt.

Der Baum an der Nordseite, der Seite zur Marienfigur, ist der brennende Dornbusch. Gott ist dem Mose im brennenden Dornbusch erschienen. Er ist also ein Zeichen für die Gegenwart Gottes. Er ist aber auch Sinnbild für die unbefleckte Empfängnis Mariens und weist damit auf unsere eigene Erlösung hin.

An der Südseite, Richtung Seitenschiff, ist ein Baum mit einem Widder zu sehen. Das ist ein Hinweis auf das Opfer des Abraham auf dem Berg Morija. Abraham hat sich Gott ganz zur Verfügung gestellt und wollte ihm sogar seinen eigenen Sohn nicht vorenthalten. Gott hat ihm an dessen Stelle einen Widder für das Opfer geschickt. Dieser Baum ist also Symbol auf unserem eigenen Lebensweg für das Vertrauen in die Führung Gottes.

Tabernakel und Ambo

Tabernakel und Ambo stehen nicht nur in ihrer künstlerischen Gestaltung mit dem Altar in einem Zusammenhang. Auch in der Liturgie sind diese drei Orte untrennbar miteinander verbunden.

Im Tabernakel wird das eucharistische Brot aufbewahrt, in dem Jesus Christus unter uns gegenwärtig ist. Deshalb befinden sich am Tabernakel Ähren und Weintrauben. Sie weisen auf Brot und Wein hin, die in der heiligen Messe zu Leib und Blut Christi werden.

Wir alle sind als Getaufte Glieder des Leibes Christi: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige" (Joh 15,5). Auch darauf weisen die Weintrauben am Tabernakel hin. Jesus Christus ist also gegenwärtig in den äußeren Zeichen von Brot und Wein, aber auch in der Gemeinde, die sich zum Gottesdienst versammelt.

Auf der anderen Seite des Altares befindet sich der Ambo. Hier werden in der heiligen Messe Lesung und Evangelium vorgetragen. Gott ist hier gegenwärtig in seinem Wort. Es ist Gotteswort in Menschenwort, das vorgetragen wird. Derjenige, der Gottes Wort aus der Heiligen Schrift vorliest, leiht diesem Wort seine Stimme und macht es dadurch hörbar.

Auf dem Ambo ist ein Baum zu sehen, in dessen Zweigen Vögel nisten. Wie bei Altar und Tabernakel hat der Künstler auch hier auf Symbole aus der Natur zurückgegriffen. Der Baum, der hier dargestellt ist, ist der Baum, der aus dem Senfkorn sprießt: "Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das einer in seinen Acker säte. Das ist zwar das kleinste von allen Samenkörnern. Wenn es aber ausgewachsen ist, ist es größer als die Gartengewächse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen wohnen." (Mt 13, 31-32).

Aber auch auf einen anderen Text im Neuen Testament weist dieses Symbol hin: Auf das Gleichnis vom Sämann, dessen Samen auf Felsen, unter die Dornen, auf den Weg oder auf guten Boden fällt (Mt 13, 3-9 und 18-23).

Taufstein

Er steht nicht im Mittelpunkt des Kirchenraumes, eher sogar etwas abseits, und doch ist das, was dort geschieht, etwas Grundlegendes: Hier wird das Sakrament der Taufe gespendet. Durch die Taufe wird der Täufling in die Kirche aufgenommen. Er wird Teil des Leibes Christi, der die Kirche ist (1 Kor 12,14).

Heute werden meistens kleine Kinder getauft, die noch nicht wissen, was dort geschieht. Damit wird deutlich: Gott hat sein Ja zu uns gesprochen noch ehe wir ihn kennen konnten (Psalm 139, 14-17). Mit der Taufe beginnt die Geschichte Gottes mit diesem Menschen. Bei der Tauffeier in unserer Gemeinde wird der Täufling deshalb schon am Eingang der Kirche begrüßt und hineingeführt.

Schon rein optisch steht der Taufstein in Verbindung mit dem Altar, dem Tabernakel und dem Ambo. Sie sind vom gleichen Künstler, dem Bildhauer Winter, in den 1970er Jahren geschaffen worden. Das ist kein Zufall, sondern macht den inneren Zusammenhang all dieser Orte im Kirchenraum deutlich.

In der Eucharistie wird die Gemeinschaft mit Gott und den Menschen, die in der Taufe ihren Ursprung hat, immer wieder erneuert. Der hl. Augustinus sagt: "Empfangt was ihr seid, damit ihr werdet, was ihr empfangt, Leib Christi." Im Hören auf Gottes Wort und in der Nachfolge Christi besteht die Antwort des Christen auf die Zusage Gottes in der Taufe.

In der Taufe hat die Erlösung schon begonnen. Durch die Taufe wird der Mensch mit Christus verbunden und so hineingenommen in den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu Christi (Kol 2,12). Auf dem Taufstein wird diese Glaubensaussage dargestellt durch Granatäpfel. Granatäpfel gelten als Symbol der Auferstehung. Auch die Osterkerze hat aus diesem Grund außerhalb der Osterzeit ihren Platz am Taufstein. In der Tauffeier werden - wie in der Osternacht - die Kerzen an der Osterkerze entzündet.

In Verbindung mit dem Taufstein stehen die Weihwasserbecken an den Eingängen. Wer sich beim Betreten der Kirche mit Weihwasser bekreuzigt, erinnert sich an seine eigene Taufe und seine eigene Geschichte mit Gott.

Auf dem Deckel des Taufsteins ist die Taufe Jesu im Jordan dargestellt.

Text: G. Stumpf, Fotos: Th. Bremm