Im Jahr 1900 erbrachte eine Volkszählung, dass in Roisdorf 1621 Menschen wohnten, davon 1504 Katholiken, 96 Protestanten und 21 Juden. Der Pfarrgemeinde gehörten damit mehr als 92 Prozent der Bevölkerung an. Ein voll ausgebildetes pfarrliches Leben lassen das Pfarrarchiv und die Pfarrchronik erkennen, mit Taufen, Kaisers Zeiten: 1901-1910 Kinderkommunionen, Hochzeiten, Beerdigungen, aber auch Firmungen und bischöflichen Visitationen. Der Kirchenchor war selbstverständlich jedesmal dabei, wenn es galt, Kaiser Wilhelm II. anlässlich seines Geburtstags hochleben zu lassen. Den Orden, den der Kaiser Pastor Heilgers wegen seines tapferen Einsatzes als Militärgeistlicher im Krieg 1870/71 verliehen hatte, trug dieser zeitlebens voller Stolz auf seiner Soutane.

Fronleichnamsprozession - Pastor Joseph Heilgers

Konzertprogramm des Kirchenchors

Die Kinder gingen erst im Alter von etwa 13 Jahren zur Erstkommunion. Ebenso wie Bräute trugen die Mädchen keineswegs weiße, sondern schwarze Kleider; lediglich die Blütenkränzchen waren weiß.

Kommunionkinder - Hochzeitsgesellschaft

Eine stattliche Kapelle bescherte der Pächter des Roisdorfer Mineralbrunnens, Wilhelm Custor, dem neuen Friedhof. Unter dem Altar des in neugotischen Formen errichten Gotteshauses fand der hoch angesehene Stifter, der auch das Geläute des neuen Kirchturms bezahlt hatte, im Jahre 1905 sein Grab.

Grabkapelle Custor